Expertenbeitrag: Hyperaktive Hunde

„Hyperaktive Hunde haben kein Problembewusstsein“

 

 

Das wichtigste vorab: Hyperaktivität kann auch die Folge von diversen Erkrankungen sein. Alle organischen Erkrankungen sollten daher ausgeschlossen werden. Ist die Hyperaktivität nicht Teil einer Krankheit, ist es oftmals eine Verhaltensstörung – der Hund ist nicht nur „einfach ein bisschen agiler“. Verhaltensstörungen bei Hunden können meist bis zu einem gewissen Grad therapiert werden. Inwieweit eine solche Verhaltensstörung in den Griff zu bekommen ist, hängt stark vom einzelnen Hund und der passenden Therapie ab.

Hyperaktive Hunde bringen ein gewisses Störungsbild mit. Sie können ihre Impulse nicht kontrollieren. Sie schaffen es nicht, sich selbst Ruhephasen zu organisieren oder rasten völlig aus sobald eine Situation ruhig wird. Oft geht das hyperaktive Verhalten auch mit Zwangsmustern einher. Die Hunde sind meist völlig verkrampft und scheinen wahnsinnig umtriebig. Hyperaktive Hunde leiden nicht an Langeweile und müssen nicht beschäftigt werden – ganz im Gegenteil. Diese Hunde müssen lernen, dass Ruhe halten einen wichtigen Nutzen für sie hat – nämlich dass jeder Körper zur Ruhe kommen muss und Entspannung zum Leben dazugehört.

Außerdem haben hyperaktive Hunde oft kein Problembewusstsein. Sie empfinden ihr Verhalten erst dann als wahnsinnig anstrengend, wenn sie zur Ruhe kommen und erleben wie gut es sich anfühlt zu entspannen. Anders ist es bei sehr agilen Hunde. Viele Hunde lernen nicht, dass Langeweile auch ertragen werden muss. Ist man sich nicht sicher, ob der eigene Hund nur sehr agil ist oder schon hyperaktiv wenden sie sich an einen kompetenten Hundetrainer der sich am besten mit dieser Thematik etwas auskennt. Das kann nicht nur sehr hilfreich, sondern auch sehr entlastend sein.

Diese Punkte können hilfreich sein, um dem hyperaktiven Hund zu helfen:

 

 

1. Der Mensch bleibt ruhig:
Menschen drehen sich häufig mit ihrem Hund hoch. Der Hund wird hektisch und der Mensch wird es auch. Aber wie soll der Hund aus dieser Spirale entkommen und etwas lernen? Hier ist der Mensch wichtig. Halter von hyperaktiven Hunde sollten lernen sich nicht vom Hund „anstecken“ zu lassen.

2. Rituale bieten Sicherheit:
Rituale sollten auf das jeweilige hyperaktive Muster passen. Hier ist individuelles Vorgehen gefragt. Besprecht die verschiedenen Rituale am besten mit einem kompetenten Hundetrainer

3. Ruhe in allen Lebenslagen:
Wenn ein hyperaktiver Hund eins braucht, dann ist es Ruhe. Deswegen sollten so häufig wie es geht in den Alltag Ruhephasen eingebaut werden und darauf geachtet werden, dass Spaziergänge und Beschäftigungen nicht aufregend, sondern konzentriert und ruhig sind

„Methoden sind meist zu starr“

 

Bei Vada ließ ich mich von meinem Bauch leiten. Mir war wichtig, dass Vada entlastet wird – ich als Mensch aber auch. Denn der Nervenkrieg nagt auch an Menschlichen Nerven. Bei Vada setzte ich auf individuelles Vorgehen. Ich pickte mir Monat für Monat neue Sachen aus Vadas Verhalten, an denen wir dann arbeiteten. Vieles davon passierte bei mir recht unbewusst. Ich wollte einfach uns beiden helfen. Ich picke mir aus der Hundewelt gerne das heraus, was mir wissenschaftlich am sinnvollsten erscheint. Viele Sachen sehe ich heute noch so wie vor Jahren. Vada helfen Rituale sehr. Diese geben ihr Sicherheit und sie kann sich schneller entspannen. Zum Beispiel das Ritual „erzwungen Ruhe zu halten“ hat dazu geführt, dass sie sich heute völlig normal in der Wohnung verhält. Auch mit Aufregung geht sie heute besser um und orientiert sich an mir. Bin ich ruhig, ist sie ruhig. So macht dann ein Leben mit einem hyperaktiven Hund auch mächtig viel spaß.

„Der Trainer kann individuell auf den Hund eingehen – das kann kein Buch“

 

Hyperaktive Hunde werden immer mehr zum Thema in Hundeschulen, Hundevereinen oder bei Züchtern. Dennoch gibt es leider wenig bis keine Literatur zu diesem Thema. Da möchte ich Abhilfe schaffen. Ich schreibe zur Zeit an einem eBook über Hyperaktive Hunde, welches voraussichtlich im Winter 2014 erscheint. Ansonsten kann ich nur empfehlen, sollte man einen Hyperaktiven Hund haben oder sich nicht sicher sein, sich einen guten Hundetrainer mit ins Boot zu holen. Hat man einen kompetenten Trainer an seiner Seite, bekommt man die besten Ratschläge und Übungen die man sich wünschen kann – denn der Trainer lernt den Hund kennen und kann individuell auf ihn eingehen. Das kann kein Buch.

Linda’s Vorstellung findet ihr im Expertenportrait. Die volle Ladung gibt’s am Blog bzw. vor Ort in der Hundeschule „Einfach Hund“.

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