Expertenportrait: Einfach Hund

Linda Nolden von Einfach Hund stellt sich vor.

 „Ich möchte keinen von diesen tollen Typen mehr missen“

Mini war mein erster Hund. Sie war ein Terrier Mix. Stur, mutig und selbstbewusst. So wie Terrier halt sind. Als Spielkamerad und als Freundin war sie super. Doch irgendwann musste sie uns verlassen. Viele Jahre waren wir dann hundelos. Als ich 12 war zog Gina, ein Golden Retriever, bei uns ein. Es wurde eine wunderbare Freundschaft und Gina war meine ganze Jugend an meiner Seite und sah mich erwachsen werden. Mit Gina war mein Berufswunsch auch schnell gefunden: Ich wollte Hundetrainerin werden. Henry zog ein als Gina 6 Jahre alt war. Henry wurde mein erster Reisehund. Er bekam nicht nur alle meine Ausbildungen mit, sondern durfte auch aktiv daran teilnehmen. Meine Ausbildung bei Canis führte mich quer durch Deutschland und zu unseren Roadtrips gesellte sich einige Jahre später, ein kleiner Terrier namens Nieke. Nieke ging zwei Wochen nach ihrem Einzug bei uns das erste mal mit auf Reisen. Seitdem ist sie das Partymäuschen in unserer Familie. Auch Nieke bekam einiges von meiner Ausbildung mit. Vada rundete meine Meute dann ab. Sie zog ein als alle andere Hunde schon erwachsen und fertig erzogen waren. Ich möchte keinen von diesen tollen Typen mehr missen.

Mit 18 begann ich meine Theoretische Ausbildung bei der Akademie für Tiernaturheilkunde. Dort beendete ich das Studium als damals jüngste und beste im Jahrgang. Kurz danach begann ich mein praktisches 5 jähriges Studium bei Canis. Auch dieses Studium beendete ich. Zur Zeit bilde ich mich im Bereich Psychotherapie für Menschen weiter – denn Hundetrainer arbeiten vorrangig mit Menschen.

„In der ersten Monaten war ich mir nicht einmal sicher, ob sie Nachts schläft“

Dass Vada anders ist merkte ich schon einige Tage nach ihrem Einzug. Fast 3 Monate lang heulte sie durch. Egal wo sie war. Selbst eng an mich gekuschelt heulte sie. Kein Tag und keine Nacht waren mehr ruhig. Tagsüber war sie, wenn sie konnte, nur unterwegs von einem Zimmer zum nächsten. Von sich aus wäre sie nie zur Ruhe gekommen. Sie wurde in dieser Zeit auch tierärztlich untersucht, dem Tierarzt fiel aber nichts organisches auf.

Wenn ich sie in der Wohnung kurz bei den anderen Hunden ließ, schrie sie das Haus zusammen und versuchte nicht nur Gegenstände zu zerstören sondern knabberte sich ihre Krallen ab oder schluckte nicht verdauliche Sachen. Sie ertrug Stille und Stillstand in keiner Form. Sich mit ihr auf den Boden zu setzen und zu schmusen bedeutete zu Anfang eine kämpfende Katze zu bändigen. Sie schlug um sich, biss, schrie und strampelte. Nicht nur einmal hatte ich eine blutende Nase nach solchen Aktionen. In den ersten Monaten war ich mir nicht einmal sicher, ob sie Nachts schläft.

Vada bewegte Linda dazu, sich mit der Hyperaktivität von Hunden intensiv auseinander zu setzen. Mehr dazu im nächsten Beitrag!

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7 Antworten zu “Expertenportrait: Einfach Hund

    • Ihr Ansatz und Werdegang hat mich auch angesprochen – deshalb die Vorstellung hier 🙂 Freut mich, dass es dir als CANIsterin auch gefällt! 😉

  1. Es hat sich viel getan in der Welt der Hunde, wenn man unser Land betrachtet. Als ich Kind und Jugendlicher war, war die Zahl der Hunde in meiner Umgebung noch recht überschaubar. Hier, wo ich jetzt lebe, konnte man sie noch problemlos an zwei Händen abzählen, zwei Schäferhunde hier, ein Pudel dort und ein Riesenschnauzer da und dann noch der Rottweiler ein paar Straßen weiter, der Vorsteherhund des Jagdaufsehers, … Es war alles recht überschaubar. Genauso war die Auswahl an Hundefutter, Hundeleinen und -halsbändern und anderem Zubehör eher beschränkt. Wenn man etwas brauchte, gab es nur zwei Anlaufstellen, die Zoohandlung oder den Jagdladen. Was die Ausbildung von Hunden anging, da gab es den Schäferhund Verein und seinen Trainingsplatz. Erstaunlicherweise gab es in der kleinen Stadt, zu der mein Dorf als Vorort gehört, auch einen Dackel Club und einen Riesenschnauzer Club, letzterer mit eigenem Trainingsgelände. Tierärzte für Haustiere waren noch recht dünn gesät. In der Kleinstadt gab es nur einen Großtierarzt, der das schlecht und recht mitmachte. Wer Besseres wollte, musste fahren.

    Und heute scheint fast jeder einen Hund zu haben, bei manchen Haltern geht der Trend mittlerweile sogar zum Zweithund, Tierärzte gibt es wie Sand am Meer, Hundefutter in einer unüberschaubaren Auswahl und auch das Zubehör zur Hundehaltung scheint unbegrenzt. Neue Hunderassen sind in der Gunst der Deutschen gestiegen und haben die alten Traditionsrassen an den Rand gedrängt. Über den Tierschutz kommen viele Hunde aus dem benachbarten Ausland zu uns. Bei diesem Zuwachs an Hunden können nun auch Menschen ihre berufliche Selbstverwirklichung beim Hund finden. Waren es früher nur Polizisten, der Zoll und ähnlich oder eben Tierärzte, so kann man heute eine berufliche Existenz aufbauen als Hundetrainer, Tierpsychologe, Hundefrisör, Dogwalker, Betreiber Hunderestaurants oder einer Hundetagesstätte und vieles mehr.

    Ich finde es sehr spannend und bereichernd und freue mich, dass Leute so ihre Lebensträume verwirklichen können.

    • Ja, es hat sich viel getan in dem Bereich – positives und negatives. Was diese Vorstellung hier betrifft, finde ich gut, dass hier die Basics „behandelt“ werden – Hund UND Mensch.

    • Freut mich, dass es dir hier ähnlich geht wie mir 😉 Ein weiterer Beitrag zur Spezialisierung „Hyperaktivität bei Hunden“ folgt bald!

  2. Pingback: Expertenbeitrag: Hyperaktive Hunde | Mit Hirn + Hund·

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