Mein Welpen ABC

Hier ein kleiner Überblick für Ersthundebesitzer, was sie zu erwarten hat. Achtung – ungeschönte Einblicke! 😉 Unsere Erfahrungen beziehen sich auf das Großziehen eines gut geprägten, unerschrockenen Welpen. Von A wie Aufmerksamkeit bis Z wie Zuneigung!

Foto: Hans Eder

Foto: Hans Eder

Aufmerksamkeit
Rund um die Uhr. Spaß ohne. Der Welpe hat ja keine Mama mehr und sucht den Platz im neuen Rudel.

Begeisterung
Für ALLES. Unübertrieben. Manchmal ein bissl zu viel. Grenzen kommen besser vom Besitzer. Der Welpe kennt keine.

Charme
Und zwar unendlich viel davon. Und selbst wenn man selbst darüber steht – bring mal die anderen dazu…

Dösen
Welpen brauchen viel Schlaf, wachen in neuer Umgebung aber auch rasch wieder auf. Deshalb am besten ein ruhiger Raum.

Ekel
Was so ein kleiner Welpe auswirft, soll auch wieder aufgesammelt werden. Das Gute: je mehr es wird, desto mehr hat man sich gewöhnt.

Fressbares
Im Falle eines Labis ist das ALLES. In der Regel wird bei einem Gegenangebot weniger geschluckt als beim Schimpfen 😉

Gesundheit
Was ist normal? Ein guter Tierarzt mit viel Geduld und Hilfsbereitschaft ist hier von Vorteil und schützt vor Kopfzerbrechen.

Hirnarbeit
Damit man keine Monsterkondition aufbaut und die jungen Gelenke überlastet, heißt es ran an den Denksport.

Instinkte
Gute fördern, schlechte umlenken. Einfacher gesagt, als getan. Hirnarbeit vom Hundehalter ist gefragt.

Jonglieren
Leine, Leckerli, Gacki-Sackerl, Einkäufe… etwas Koordinationsgeschick ist gefragt!

Kiefeln
Alles wird eingespeichelt und angeknabbert. Aus Gründen 🙂

Langweile
Unterbeschäftigung ist selten gut. Ein vernünftiges Maß an Aufmerksamkeit und Ruhephasen ist daher wichtig.

Manieren
Anspringen mag zwar süß sein, ist aber – v.a. bei Kindern – unerwünscht. Regeln von Anfang an!

Neugier
Alles ist spannend und muss erkundet, bespielt und gekostet werden.

Ohren auf!
Jedes neue Geräusch erweckt das Interesse. Abläufe (Auto, Garagentor, Futterschüssel, etc.) werden abgespeichert.

Pinkeln
Zu Beginn dürfte die Blase die Größe einer Erbse haben. Der Schließmuskel muss sich erst ausbilden. Überlegt selbst…

Qualen
Die kleinen Welpenzähnchen sind verdammt spitz. Die Beißhemmung wird erst aufgebaut. Von Ignorieren halt ich daher nix.

Ruhe
Egal in welcher Situation: deine Ruhe ist gefragt. Nicht genervt, wütend, ungeduldig oder lachend – ruhige und klare Kommunikation.

Schluckauf
Ständiges Hicksen hat uns durch die ersten Wochen begleitet. Und sich dann von selbst gegeben.

Trainieren
Jede Situation ist eine Trainingsgelegenheit. Das Füttern, das Spazierengehen, Besuch empfangen etc. Dazu noch in eine gute Hundeschule.

Umfallen
Zu Beginn war es ein einziges Umfallen. Zuerst Welpe, dann Mensch. Erst mit Struktur wurden geregelte Schlafenszeiten daraus.

Vertrauen
Dein Hund hat jetzt nur noch dich / euch. Enttäusch/t ihn nicht!

Worte
Kommunikation bedeutet nicht reden. Für das Welpen bedeutet „Sitz“ soviel wie „Prada“. Also nix. Körpersprache ist angesagt.

XY Chromosom
Rüde oder Hündin? Wir haben uns für zweiteres entschieden. Hat aber beides – wie immer – seine Vor- und Nachteile.

Zuneigung
Last but not least: Kuschelphasen – zum richtigen Zeitpunkt – geben dem Welpen Geborgenheit und Vertrauen.

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9 Antworten zu “Mein Welpen ABC

  1. Wenn ich mal ergänzen darf (ebenfalls Ersthundebesitzer):
    D: Durchfälle. Vorzugsweise nachts, zwischen 2 und 4 Uhr.
    E: Erbrechen: Vorzugsweise nachts, zwischen 1:30 und 3:30. Grundsätzlich, mit an 2 Fingern abzählbaren Ausnahmen auf dem einzigen verfügbaren Teppich. Meistens im Doppelpack.
    P: Parasiten. Welpen stürzen sich, wie Kinder, auf alles, was auch nur den Anschein macht, essbar zu sein. Mit entsprechenden Konsequenzen. (Achtung: Tierarztbesuche sollten im knappen ersten Jahr eingeplant werden.)
    Pinkeln. Auch dafür kommt nur der Teppich in Frage.
    Puhlen: Ihr glaubt gar nicht, was ihr alles aus dem Mäulchen puhlen werdet. Achtung: Hunde haben auch ein Gaumenzäpfchen.
    T: Trozdem: Jederzeit wieder. Sie geben so viel mehr zurück als man ihnen zu geben glaubt.
    U: Unterschätzen. Aufwand, Pflege, Zeit und ganz viel mehr. Aber: siehe T.
    😉

  2. Natürlich darfst du! 😀 Also zu D, E und P – hat wohl alles mit Fresserei zu tun. Tja, das kennen wir wie gesagt 🙂 Wir haben nicht alles rausgeholt sondern auch viel getauscht, weil wir uns das Apportieren nicht versauen wollten (Tipp von der Hundeschule). Am Anfang hat sie die (zu kleinen) Kauartikel oft zu schnell geschluckt – das ist dann meistens um 4h früh oben wieder rausgekommen… Aber man lernt dazu und gibt größere Kauartikel (die man wegnimmt, wenn’s zu klein werden).
    Zu U und T: Jaaaa, das unterschreib ich!

  3. Achja, und punkto Pinkeln: wir sind mit Fliesen gesegnet 😉 Eine Großpackung Küchenrollen, Feuchtwischtücher und Mistsäcke bei der Hand und man ist bestens ausgestattet… Und wir sind nach einiger Zeit recht flott den 1. Stock runter gekommen. Gut, manchmal hat sie uns auch dabei angepinkelt, aber ja… 😉

  4. Fliesen: Unbedingte und uneingeschränkte Empfehlung für die ersten Monate. Wir haben hier vom Voreigentümer eigentlich überall Fliesen oder Laminat und nur in einem Raum einen Teppich. Er hätte also sehr viel Raum, mir die Aufwischerei wenigstens etwas zu vereinfachen. Aber nein, es muss(te) dieser eine Teppich sein.
    D, E und P haben 100% mit der Fresserei zu tun. Aber das legt sich nach spätestens 10 Monaten. Getausch wurde natürlich immer, zumindest versucht (sonst entsteht aus der Puhlerei wieder ein neues Spiel, das auch nicht sein muss), aber bei potenziell gefährlichen Gegenständen wie Kronkorken, Nägeln, Schrauben und (splitternden) knusprigen Stabmuscheln hörte der Spaß bei mir auf. Das legt sich aber mit der Zeit.
    Inzwischen weiß er auch, dass er das Aufgesammelte i.d.R. zurück bekommt, nachdem er es mir gegeben hat. Sofern es keine Verletzung des Magen-Darm-Trakts nach sich ziehen könnte. Sonst gibt es natürlich immer ein Austauschleckerli. 😉

  5. Die Auflistung ist euch sehr gut gelungen. Ich mag übersichtliche Auflistungen, hierdurch kann ich mir Informationen viel besser merken. Ich bin ein Fan von http://www.welpenclub.com/home/. Auch hier werden viele Informationen leicht erklärt.
    Wie ist es denn eigentlich mit den Fliesen? Kann ein Welpe hierdurch keine Erkältung bekommen?

    • Hallo Anastasia,
      Danke für deinen Kommentar! Freut mich, dass dir unsere Auflistung gefällt!
      Wir haben Sunny im Sommer bekommen, da ist sie fast nur auf den kühlen Fliesen gelegen.
      Ich denke, es kommt auf die Raumtemperatur an, ob Erkältungsgefahr besteht. Bei Welpen muss man natürlich noch eher aufpassen, weil der Bauch noch recht nackt ist. Und ein Bett oder eine Decke sollte man immer anbieten. Der Hund – auch als Welpe – legt sich dann schon dort hin, wo’s ihm gut tut 😉
      Liebe Grüße,
      Claudia & Sunny

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